Die digitale Bildbearbeitung: Meine Schritte und Tools

2025-12-15 – Als ich mich das erste Mal ernsthaft mit digitaler Bildbearbeitung beschäftigte, war ich gleichermaßen begeistert und überwältigt. Die Möglichkeiten schienen schier endlos: Farben intensivieren, Details hervorheben, Bilder entrauschen oder sogar HDR-Kompositionen erstellen. Doch gerade als Einsteiger wusste ich damals zunächst nicht, wo ich anfangen sollte – vor allem, weil ich bewusst kein Photoshop oder andere Adobe-Software nutzen wollte. Stattdessen habe ich mich nach Alternativen umgesehen, die erschwinglich, leistungsstark und zugleich einsteigerfreundlich waren und sind.

Eines muss ich an dieser Stelle unbedingt vorweg schicken. Ich arbeite noch auf einem alten Windows 7 PC, da ich nach dem Motto vorgehe: „never change a running system“. Somit sind auch die von mir unten benannten Programme, nicht zwingend auf dem aktuellsten Stand, wie die Softwarehäuser sie Aktuell anbieten. Wie z.B. bei Affinity Photo. Dort habe ich den Schritt auf Version 2 und Höher, bis Heute noch nicht mit gemacht! Möglich das mir was entgeht, aber ich vermisse nichts, also entgeht mir auch nichts, habe dafür aber einem Super stabiles Windows System. Aber wie das immer so ist, auch ich liebäugele mit einem neuen PC zur Bildbearbeitung. Meine Anforderungen an einem solchen PC, werde ich später in einem separaten Blogbeitrag mit euch teilen.

Meine Software in einer Reihe

Der erste und für mich wichtigste Schritt ist Heute die RAW-Entwicklung. Hierbei verwende ich RawTherapee, ein unglaublich vielseitiges Open Source Tool, das mir erlaubt, weit über Belichtung, Farben und Details meiner Aufnahmen präzise zu steuern. Besonders schätze ich die Möglichkeit, die Helligkeit und den Kontrast gezielt anzupassen, ohne dass das Bild an Qualität verliert. Als Anfänger ist es leicht, sich in den vielen Reglern zu verlieren, aber mit etwas Übung erkennt man schnell, wie intuitiv man die Bildqualität verbessern kann, ohne dass das Ergebnis unnatürlich wirkt.

RawTherapee

Nach der RAW-Entwicklung geht es bei mir meist ans Entrauschen, insbesondere bei Bildern, die bei höheren ISO-Werten, z.B. am späten Abend oder in der Nacht, aufgenommen wurden. Hier benutze ich Franzis Denoise, ein Tool, das selbst stark verrauschte Bilder erstaunlich sauber erscheinen lässt. Was ich daran besonders mag: Die natürliche Bildwirkung bleibt weitgehend erhalten. Viele Programme glätten zu stark, doch hier bleibt der feine Look meiner Aufnahmen bestehen.

Für die allgemeine Bildverbesserung nutze ich Franzis Color. Mit dieser Software kann ich Farben intensivieren, Kontraste optimieren und meinen Bildern einen individuellen Stil verleihen. Diesen Stiel kann ich dann in Presets ablegen und wieder verwenden. Gerade als Einsteiger motivierte mich das enorm, denn schon mit wenigen Anpassungen wirkt das Bild frischer und lebendiger. Keine Abos, keine komplizierten Menüs – einfach loslegen.

Franzis projects Color

Die abschließende Feinarbeit, also die Schärfung der Bilder, erledige ich mit Franzis Sharpen. Dabei habe ich inzwischen gelernt, dass „mehr Schärfe“ nicht automatisch „besser“ bedeutet. Richtig dosiert kann dieser Schritt aber entscheidend dafür sein, ob ein Bild wirklich professionell wirkt.

Ein besonderes Highlight in meiner Bearbeitungskette ist die HDR-Bearbeitung, für die ich Photomatix nutze. HDR eröffnet spannende Möglichkeiten bei Motiven mit hohem Kontrast – etwa Landschaften, Innenräume oder Stadtansichten. Anfangs war ich skeptisch, weil viele HDR-Bilder künstlich aussehen, aber Photomatix ermöglicht es mir, sehr natürliche Ergebnisse zu erzielen.

An dieser Stelle noch ein Einwurf. Ich höre von verschiedenen immer, das sie mit ihrer Software an Teilen im Bild „Verbesserungen“ vornehmen müssen. Na ja. Ich sage dazu, dann hat der Fotograf schon bei der Aufnahme nicht Korrekt gearbeitet, den ein Foto macht der Fotograf. Er drückt auf den Auslöser und ist der Moment nicht Richtig, kann man meist auch in der tollsten Nachbearbeitung nur wenig Retten. Das heißt nicht, das man ein Foto nicht im Ganzen bearbeiten sollte, aber halt im Ganzen und nicht auseinander nimmt, wie ein Puzzle (Maske hier / Maske dort, usw.).

Bei besonders komplexen Aufgaben oder speziellen Bildlösungen greife ich zusätzlich auf Affinity Photo zurück – ein mächtiges Programm, das für mich das beste Konkurrenzprodukt zu Photoshop darstellt. Es ist kein Abo-Modell, bietet enorme Funktionsvielfalt und bleibt dennoch übersichtlich. Gerade wenn Layer-Techniken und Montagen nötig sind, ist Affinity Photo eine wunderbare Ergänzung zu meinem Adobe-freien Workflow. Noch mal´s der der Hinweis, ich arbeite auch hier mit einer alten Version, nämlich Version 1.10. Der 2. Version konnte und kann ich nichts abgewinnen.

Ich plane, die von mir genutzte Software künftig ausführlich in weiteren Blog-Beiträgen hier vorzustellen. Dort möchte ich zeigen, wie ich die einzelnen Schritte durchführe, welche Einstellungen besonders hilfreich sind und wie auch Einsteiger schnell zu überzeugenden Ergebnissen kommen. So möchte ich Wissen teilen, Hürden abbauen und zeigen, wie mächtig Bildbearbeitung auch ohne Photoshop sein kann.

Zusammenfassend kann ich sagen: Der Einstieg in die digitale Bildbearbeitung ist weniger kompliziert, als man zunächst glaubt. Mit einer klaren Reihenfolge, den richtigen Tools und etwas Geduld lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen weiterzugeben und gemeinsam mit anderen die Faszination der Fotobearbeitung zu entdecken – ganz bewusst Adobe-frei, flexibel und kreativ.

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